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2. April 2026
Jeder, der ein „Magenpferd“ im Stall hat, kennt das: Das Pferd ist mäkelig beim Fressen, gähnt viel, zeigt Leerkauen oder reagiert beim Angurten giftig. Magengeschüre sind nicht nur schmerzhaft für das Tier, sondern auch eine echte Belastungsprobe für die Nerven der Besitzer. Neben Medikamenten und Haltungsoptimierung taucht ein Hausmittel immer wieder in den Futterplänen auf: Dorschöl (oder Dorschlebertran). Aber was macht das flüssige Gold aus dem Meer eigentlich so effektiv gegen Magensäure? Hier sind die vier wichtigsten Gründe, warum Dorschöl in den Trog gehört. 1. Das „flüssige Pflaster“ für die Magenschleimhaut Man kann es sich ganz simpel vorstellen: Öl ist leichter als Wasser (und Magensäure). Wenn dein Pferd Dorschöl frisst, bildet es eine Art "Schutzfilm", der sich auf die Oberfläche des Mageninhalts und an die Magenwände legt. Dieser Film wirkt wie eine Barriere. Er verhindert, dass die aggressive Salzsäure im Magen die empfindlichen, bereits gereizten Stellen der Schleimhaut direkt angreift. Das verschafft dem Gewebe die nötige Ruhe, um abzuheilen. 2. Omega-3: Die natürliche Entzündungsbremse Dorschöl ist eine Bombe in Sachen Omega-3-Fettsäuren (insbesondere EPA und DHA). Diese Fettsäuren sind im Körper dafür bekannt, Entzündungsprozesse zu dämpfen. Bei einem Magengeschwür ist die Schleimhaut dauerhaft entzündet – die Gabe von Dorschöl unterstützt den Körper also von innen heraus dabei, das „Feuer“ zu löschen. 3. Vitamin A – Der Reparatur-Experte Echter Dorschlebertran ist von Natur aus extrem reich an Vitamin A. In der Biologie gilt Vitamin A als das „Schleimhaut-Vitamin“. Es ist maßgeblich an der Regeneration und dem Aufbau von Epithelgewebe beteiligt. Der Clou: Ein Magenpferd muss beschädigte Zellen so schnell wie möglich ersetzen. Vitamin A liefert quasi das Baumaterial für die neue, gesunde Magenschleimhaut. 4. Energie ohne den „Säure-Kick“ Pferde mit Magenproblemen sollten so wenig Getreide (Stärke) wie möglich bekommen, da Stärke die Produktion von Magensäure ankurbeln kann. Dennoch brauchen sie Energie, um nicht abzumagern. Öl ist hier die perfekte Lösung: Es liefert hochkonzentrierte Energie, ohne den Insulinspiegel zu pushen oder die Säureproduktion zu stimulieren. Tipps für die Fütterung Damit die Kur mit dem Dorschöl auch gelingt, hier ein paar Praxistipps: Die Menge macht’s: In der Regel reichen 30 bis 50 ml täglich für ein Großpferd aus. Da Lebertran sehr viel Vitamin A und D enthält, sollte man es nicht überdosieren. Der Geruchstest: Manche Pferde finden den Fischgeruch anfangs gewöhnungsbedürftig. Fangen Sie mit ein paar Tropfen an und erhöhen Sie die Menge über eine Woche. Die meisten Pferde gewöhnen sich schnell an den Geschmack. Qualität zählt: Achten Sie darauf, hochwertiges Dorschöl in Futterqualität zu kaufen, das lichtgeschützt gelagert wird, damit die Fettsäuren nicht ranzig werden. Fazit Dorschöl ist ein altbewährtes Mittel, das durch moderne Erkenntnisse über Omega-3 und Vitamine aktueller denn je ist. Es schützt mechanisch, hemmt Entzündungen und hilft bei der Zellreparatur – ein echtes Multitalent für die Magen-Gesundheit deines Pferdes!